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Digitale Briefforschung

Warum Briefe als Quelle zur Geschichte des 19. Jahrhunderts?

Im 19. Jahrhundert waren Briefe das freieste Medium des Informationsaustauschs, der Meinungs- und Theoriebildung. Briefkommunikation war – anders als öffentliche Medien wie Zeitungen – kaum der Zensur ausgesetzt.

Briefe konnten zudem große Entfernungen überwinden und ermöglichten intensiven Austausch ohne physische Begegnung, was in den deutschen Staaten von großer Bedeutung war, fehlte doch ein politisches und geistiges Zentrum wie London oder Paris. Wenn politische Gesinnungsgenossen über dieselben Themen räsonierten, auf Briefe anderer Beteiligter verwiesen, bisweilen auch Briefe oder Auszüge weitergaben, entstanden Korrespondenz-Netzwerke, in denen politische Ideen diskutiert und Aktivitäten geplant wurden, die sich als virtuelle Salons begreifen lassen, in denen überregionaler und oft transnationaler Austausch und Ideentransfer stattfinden konnte.1

„Heute werden historische Materialien, die nicht digital erschlossen sind, kaum noch benutzt. Solche Materialien auffindbar zu machen, ist das Ziel des Trierer Briefportals."

Prof. Dr. Christian Jansen
Prof. Dr. Christian Jansen
Universität Trier
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Dieses Portal umfasst drei Datenbanken

  1. Diese Überlegungen sind genauer ausgeführt und belegt in einer Publikation, die zu Beginn des Projekts entstanden ist: Christian Jansen/Robin Simonow: Netzwerke und virtuelle Salons. Bedeutung und Erschließung politischer Briefe des 19. Jahrhunderts im digitalen Zeitalter, Berlin 2018.