Warum Briefe als Quelle zur Geschichte des 19. Jahrhunderts?

Im 19. Jahrhundert waren Briefe das freieste Medium des Informationsaustauschs, der Meinungs- und Theoriebildung. Briefkommunikation war – anders als öffentliche Medien wie Zeitungen – kaum der Zensur ausgesetzt.

Handschriftlicher Brief von Augusta an Wilhelm I., 4. November 1858
Brief A an W, 4. November 1858

Briefe konnten zudem große Entfernungen überwinden und ermöglichten intensiven Austausch ohne physische Begegnung, was in den deutschen Staaten von großer Bedeutung war, fehlte doch ein politisches und geistiges Zentrum wie London oder Paris. Wenn politische Gesinnungsgenossen über dieselben Themen räsonierten, auf Briefe anderer Beteiligter verwiesen, bisweilen auch Briefe oder Auszüge weitergaben, entstanden Korrespondenz-Netzwerke, in denen politische Ideen diskutiert und Aktivitäten geplant wurden, die sich als virtuelle Salons begreifen lassen, in denen überregionaler und oft transnationaler Austausch und Ideentransfer stattfinden konnte.1


  • Diese Überlegungen sind genauer ausgeführt und belegt in einer Publikation, die zu Beginn des Projekts entstanden ist: Christian Jansen/Robin Simonow: Netzwerke und virtuelle Salons. Bedeutung und Erschließung politischer Briefe des 19. Jahrhunderts im digitalen Zeitalter, Berlin 2018.

Dieses Portal umfasst drei Datenbanken

Historische Karte mit Politikerporträts
Demokratisch-liberales Briefnetzwerk
ca. 1848 bis 1890
Kaiserin Augusta
Das Briefnetzwerk der
Augusta von Preußen
Wilhelm I. und Augusta in Koblenz
Das preußische Königspaar
Wilhelm I. und Augusta

„Heute werden historische Materialien, die nicht digital erschlossen sind, kaum noch benutzt. Solche Materialien auffindbar zu machen, ist das Ziel des Trierer Briefportals."

Bild von Christian Jansen
Prof. Dr. Christian Jansen
Universität Trier
Wilhelm I. und Augusta
Wilhelm I. und Augusta
Kaiserin Augusta im Krönungsornament
Augusta
Königin von Preußen
König Wilhelm I. im Krönungsornament
Wilhelm I.
König von Preußen